Anerkennung für das Künstlerhaus

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Das Forum für angewandte Kunst Schleswig-Holstein e.V. in Kiel löst sich auf und hat das Vereinsvermögen in Höhe von 3.100 € an das Künstlerhaus Stadttöpferei Neumünster gespendet. Damit soll das Engagement des Künstlerhauses gewürdigt und weitere künstlerische Projekte ermöglicht werden. Die symbolische Scheckübergabe fand am 29. März 2019 statt.

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Monika Richter und Ute Braham vom Forum für angewandte Kunst SH (Mitte) übergeben die Spende an Carsten Hillgruber (rechts), Vorsitzender der Dr. Hans Hoch Stiftung und erster Stadtrat und die künstlerische Leiterin Danijela Pivašević-Tenner (links). [Foto: Nadine Anhuth]

Das Forum für angewandte Kunst SH ist ein Zusammenschluss, von Gestaltern und Kunstinteressierten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das zeitgenössische Kunsthandwerk in der Öffentlichkeit zu positionieren und zu fördern. Als Plattform hat sich die 1998 erstmals vom Forum organisierte und veranstaltete ” Kieler Messe für angewandte Kunst ” im Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum Warleberger Hof als eine erfolgreiche und bei den Besuchern viel beachtete Veranstaltung in der jährlichen Kieler Kunst- und Kulturszene etabliert. Es folgten noch 18 weitere 10 tägige Messen mit bis zu jeweils 35 Ausstellern/innen in enger Zusammenarbeit mit der Museumsleitung Warleberger Hof.

Dadurch, dass sich der amtierende Vorstand des Vereins nicht wieder zur Neuwahl stellt und für die jetzige Vorsitzende, die aus Altersgründen nicht für eine neue Amtszeit antritt, keine Nachfolge gefunden wurde, hat der Vorstand den Antrag auf Auflösung des Vereins gestellt.

Portrait: Danijela Pivašević-Tenner

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Im Rahmen einer Kooperation mit der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel ist eine Textreihe entstanden. Lisei Ziesmer (CAU Kiel) porträtiert Danijela Pivašević-Tenner:

Risse ziehen sich über die Oberfläche und lassen die Porzellanschollen auseinanderbrechen. Und doch driften sie nicht, weil sie sich in den Untergrund gekrallt haben. Der Sessel direkt im Eingang von Danijela Pivašević-Tenners Atelier lädt ein, näher heran zu treten. Setzen aber sollte man sich nicht: Er ist vollkommen mit ungebranntem Porzellan überzogen. Daneben im Regal entäußern sich u.a. klassisch geformte Kannen ihr Dekor. Ob es eine Abstoßreaktion ist oder ein liebevolles Loslassen alter vergangener Formen kann nicht sicher gesagt werden. Einige Kannen oder Milchkännchen lassen es sanft aus sich herausfließen. Andere wiederum scheinen vor der Dekoration wegzuspringen oder sie auszuspeien.

Diese diversen Ausdrücke sind nicht das einzige Vielfältige an Pivašević-Tenner. Die Künstlerin ist nicht nur oft Teilnehmende an Residence-Programmen, Symposien und anderen Keramik-Events, sie ist auch Dozentin, Kuratorin und die künstlerische Leiterin des Künstlerhaus Stadttöpferei Neumünster. In dem kleinen roten Klickerhaus mitten im Fürsthof organisiert und betreut sie das Programm „Ceramic-Artist-in-Residence“ und bereitet sich aktuell auf eine Ausstellung vor, die am 13.9.2018 um 19 Uhr in der Galerie Postel in Hamburg eröffnet wird.

Sie bereiten sich momentan auf eine neue Ausstellung vor. Woran arbeiten Sie und wie gehen Sie das an?

Wo soll ich anfangen, dass zu beantworten? Alles hat seinen Sinn in meiner Arbeit und ich fange nie bei Null an. Denn wenn ich zurückgehe zu meinen alten Arbeiten, dann ergibt sich ein Spektrum von Themen. Die sind über die Zeit gewachsen und haben sich entwickelt. Das ist wirklich spannend auch für mich als Künstlerin. Denn ich weiß nicht, wo das Ende ist. Wann ist das Ende da? Und wenn das Ende da ist, höre ich dann mit der Kunst auf? Direkt nach meinem Studium 2005 war mir noch nicht bewusst, dass es sich um bestimmte Richtungen und Themen handelt, die ich bearbeite. Inzwischen ist mir das aber klar geworden.

Konkret zu der Ausstellung im September: Mein Plan ist dort eine große Wohnzimmersituation auszustellen, die komplett mit Porzellan überdeckt sein werden wird: D.h original, Sofa, Sessel, Lampe, alles was zum bürgerlichen Wohnzimmer gehört.

Mit diesen Arbeiten gehe ich so um, dass ich am liebsten vor Ort arbeite. An Ausstellungsorten herrscht eine ganz andere Atmosphäre. Und das Gefühl, die Arbeit direkt vor Ort entstehen zu lassen, ist nicht zu vergleichen mit dem, als würde man ein Werk nur anliefern. So entsteht eine ganz besondere Beziehung zwischen mir, meiner Arbeit, dem Ort und meinen Werken. Dafür muss ich dann z.B. drei Wochen vorher anfangen das Porzellan zu gießen. Ein Vorgang, den ich solange wiederhole, bis eine Schicht von ungefähr zehn Zentimetern entstanden ist. Ich fange so früh an, dass das Porzellan bei der Eröffnung in einem lederharten Zustand ist. Es soll noch glänzen aufgrund der Feuchtigkeit, aber nicht mehr ganz flüssig sein. Die Leute dürfen es anfassen und das tun sie auch oft ungerne. Nicht nur, weil sie den Zustand der Gegenstände nicht einschätzen können, sondern auch weil das Material durch seine Unklarheit so anziehend ist.
Über die zwei Wochen der Ausstellung hinweg transformiert sich das Material. Die Farbe wird von gräulich nass zu weiß, wenn sie trocknet. Und was ich am spannendsten finde: Die Gegenstände bekommen Risse. Die kann ich nicht kontrollieren. Manchmal sind sie rhythmisch nah beieinander oder auch ganz durcheinander. Das geschieht dadurch, dass ich das Porzellan nicht brenne und es deswegen unfixiert ist.

Eine weitere Arbeit hat mit Teppich zu tun. Ich werde in dem hintersten Ausstellungsraum einen einen Teppich auslegen und ihn dann mit Ornamenten verzieren. Dazu nutze ich wieder flüssiges Porzellan, mit dem ich auf den Teppich nach Vorlagen malen werde. Die Besucher sind eingeladen über den Teppich zu laufen. Dabei werden sie das Porzellanornament verändern, da es ebenfalls ungebrannt ist. Sie werden Teile abbrechen und es durch die ganze Galerie tragen. Das Werk verteilt sich so überall.

Dieses Spektrum an Themen, das Sie vorhin angesprochen haben. Welche ist das?

Zuerst einmal geht es immer wieder um wiedererkennbare Alltagsobjekte. Eben Dinge, die jeder von uns kennt, die wir alle nutzen. Ein Sessel, auf dem man sitzt, eine Tasse, aus der man trinkt oder eine Vase, in die ich meine Blumen stelle. Dabei ist die Herkunft der Formen sehr unterschiedlich: Ob nun eine indonesische Vase, eine westliche Teekanne ist da egal. Mir ist wichtig, was ich daraus mache: Ich verändere sie, halbiere sie oder deformiere sie. Eine meiner häufig verwendeten Strategien ist es nämlich, funktionelle Gegenständen ihre Funktion zu nehmen. Das passiert auch, indem ich sie mit Porzellan bedecke oder übergieße.

Mein Interesse daran, ist die Menschen zum Nachdenken anzuregen. Sie sollen sich darüber bewusst werden, was z.B. Massenproduktion bedeutet. Was der Konsum mit uns macht und wie unser Alltag voll von Dingen ist, die wir gar nicht richtig wahrnehmen. Z.b. Repräsentation, des eigene gesellschaftlich Status oder auch damit verbundene Rituale. Deswegen verwende ich auch meistens Porzellan – das weiße Gold – um auf Gegenstände als Statussymbole hinzuweisen.Es geht also auch darum, sich über Materialien Gedanken zu machen und wie unterschiedliche Werkstoff das Leben beeinflussen.

Um die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen, gibt es immer viele Angebote der Interaktion. Die Besucher dürfen z.B. mein Porzellan-Wohnzimmer anfassen und ganz anders erleben. Ich hatte auch lange Zeit die Neumünsteraner gebeten, mir ihre Milchkännchen zu bringen. Das ist ein kaum beachteter Gegenstande, den wir aber irgendwie alle Zuhause haben. Erst dadurch, dass ich sie darüber befrage, wird vielen bewusst, wie viele Erinnerungen und Bedeutungen an diesen Kännchen eigentlich hängen. So verändert sich ihre Sichtweise.

Ein Thema fällt immer wieder auf. Wieso geht es immer ums Fließen?

Das kann ich Ihnen auch jetzt nicht beantworten. Ich habe mir die gleiche Frage auch schon gestellt. Und ich fragte mich, ob mir das Wissen persönlich und auch als Künstlerin bei meiner Arbeit weiterhilft, oder ob ich überhaupt so weit fragen sollte. Vielleicht kommt die Antwort irgendwann später zum Vorschein. Ich habe beschlossen vor einem Jahr: Nein, das will ich wirklich nicht analysieren. Ich lasse das. Natürlich gibt es manchmal Katalogtexte, die das auseinander nehmen. Ich lese die auch gerne. Einige sind auch passend, aber ich nehme sie nicht richtig ernst. Es soll mich nämlich nicht beeinflussen. Hätte ich die klare Antwort, habe ich das Gefühl, dass es vorbei ist. Da kommt man wieder an den Anfang: Wann ist das Ende? Wann ist meine Kunst vorbei? Ich möchte ja nicht, dass es vorbei ist.

Ab dem 14.9.18 ist Danijela Pivašević-Tenners Ausstellung in der Postel Galerie in Hamburg zu sehen. Die Eröffnung ist am 13.9.18 um 19 Uhr.

Susanne Meissner (1967-2017)

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Am 16. April 2017 ist Susanne Meissner nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Von 2006 bis 2009 war sie hier im Künstlerhaus Stadttöpferin und Stipendiatin der Dr. Hans Hoch Stiftung. Seit 2009 lebte sie in Lübeck, wo sie in der Altstadt ihr eigenes Keramikatelier eröffnete. Ihre Fröhlichkeit und Herzlichkeit und ihre Leidenschaft für die freie Keramik, machte sie zu einem ganz besonderen Menschen. Susannes Familie hat online eine Trauerseite veröffentlicht.

“Susanne Meissner hat in Neumünster auf Dauer wirkende Spuren hinterlassen. Sie bleibt den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Neumünster als ein Mensch in Erinnerung, der oft vor Begeisterung sprühte und es verstand, auch andere zu begeistern – für die Kunst und für das Leben. Ihre außergewöhnliche Persönlichkeit und ihre Kunst, in die immer eine Portion Humor eingearbeitet war, werden wir nicht vergessen. Sie hat mit ihrem Wirken die Stadt Neumünster reicher gemacht und viele Menschen beschenkt. Die Dr. Hans Hoch Stiftung und die Stadt Neumünster werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.”

Aus dem Nachruf  von Carsten Hillgruber, Vorsitzender des Stiftungsrates der Dr. Hans Hoch Stiftung und Erster Stadtrat 

 

Upcoming Call “Ceramic Artist in Residence 2014” | Ausschreibungsankündigung 2014

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> deutsch | siehe unten

Also in 2014 the residency programm for emerging ceramic artists here at the residency house “Künstlerhaus Stadttöpferei Neumünster” in northern Germany will continue. The Call for Artists, with similar conditions like this year, will be published already latest in September 2013 on our website: http://residence2014.stadttoepferei.de Deadline will expire in mid Oktober 2013. A Jury will choose 10 artists, who will get the opportunity for next year to work and live here in the studio and residency flat for one month free of charge with basic material provided. If you already have questions, please get in contact with Artistic Director Danijela Pivašević-Tenner via e-mail: info@stadttoepferei.de

> Auch 2014 geht das Artist in Residence Programm für junge Keramikkünstler hier im “Künstlerhaus Stadttöpferei Neumünster” weiter. Die Ausschreibung, mit ähnlichen Bedinungungen wie in diesem Jahr, veröffentlichen wir bereits spätestens im September 2013 auf der Webseite: http://residence2014.stadttoepferei.de Bewerbungsschluß ist Mitte Oktober 2013. Eine Jury wird 10 Künstlerinnen und Künstler auswählen, die die Chance bekommen hier im nächsten Jahr einen Monat lang in Atelier und Wohnung des Künstlerhauses gebührenfrei zu leben und zu arbeiten, wobei Grundmaterialien gestellt werden. Wenn bereits im Vorfeld Fragen dazu auftauchen, kontaktieren Sie bitte die künstlerische Leiterin Danijela Pivašević-Tenner via e-mail: info@stadttoepferei.de

Stadttöpferei wird Internationales Künstlerhaus

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In wenigen Wochen, Ende Oktober 2012, endet meine dreijährige Zeit als Stipendiatin der Stadttöpferei. Künftig stehen die Arbeits-, Wohn- und Ausstellungsräume neuen jungen Künstlerinnen und Künstlern offen. Diesmal jedoch unter anderen Vorzeichen. Mit dem Programm “Ceramic Artist in Residence” wandelt sich die Stadttöpferei ab 2013 in ein Internationales Künstlerhaus.

Viele Erfahrungen aus dem Internationalen Keramiksymposium 2010 konnten wir einbringen. Jährlich werden hier bis zu zehn Keramikkünstler zu Gast sein und jeweils einen Monat lang in der Stadttöpferei leben und arbeiten. Bildende Kunst soll dabei erlebbar werden, denn die Künstler sind eingeladen in Workshops, Präsentationen oder Interventionen dem Publikum ihre Werke, ihre Arbeitsweise, ihr Herkunftsland und Persönlichkeit näher zu bringen.

Das Programm richtet sich ausschließlich an Künstler der zeitgenössischen Keramik aus dem In- und Ausland. Details zur Ausschreibung werden hier auf der Webseite der Stadttöpferei in den kommenden Wochen veröffentlicht. Ich freue mich auf die künftige Aufgabe als künstlerische Leiterin des Programms, dass ohne die Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Neumünster und die Förderung durch das Land Schleswig-Holstein, die Dr. Hans Hoch Stiftung, die Sparkasse Südholstein oder die Wobau nicht möglich gewesen wäre.

Danke auch allen Besuchern, Kulturinteressierten, Künstlern und Gästen die die Stadttöpferei in den letzten Jahren besucht haben. Wer die künftigen Änderungen und Ankündigungen nicht verpassen möchte, sollte sich in den Newsletter eintragen und findet das Künstlerhaus auch auf Facebook oder Twitter.

Danijela Pivašević-Tenner

P.S. Hier sind heute auch einige Presseartikel dazu erschienen: Holsteinischer Courier | Kieler Nachrichten

Keramikpreis Kellinghusen

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Am vergangenen Wochenende habe ich den Keramikpreis Kellinghusen erhalten. Vielen Dank an die Jury und die Glückwünsche von Freunden und Kollegen!

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Den Keramikpreis der Stiftung der Sparkasse Westholstein erhält Danijela Pivasevic-Tenner. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Töpfermarktes der Keramikstadt Kellinghusen wurde dieser mit 1.000 € dotierte Preis am 13. August 2011 an die junge Keramikkünstlerin überreicht.

Danijela Pivasevic-Tenner ist seit 2009 Stipendiatin der Stadttöpferei Neumünster und war im vergangenen Jahr künstlerische Leiterin des Internationalen Keramiksymposium Neumünster. Ihre Objekte und Installationen aus Keramik und Porzellan sind derzeit in einer Einzelausstellung in den schleswig-holsteinischen Landesmuseen Schloss Gottorf zu sehen. In Italien ist sie mit ihren Arbeiten derzeit bei der 57. Premio Faenza vertreten, einem der bedeutendsten internationalen Wettbewerbe moderner Keramikkunst. Ihr Diplom als Keramikerin hat sie an der Akademie der Künste an der Universität Belgrad erworben. An der Kunsthochschule Berlin Weißensee schloss sie danach einen Master der Kunsttherapie ab. Seit 2005 ist sie selbstständig als Keramikkünstlerin tätig und hat an zahlreichen Biennalen und Symposien im In- und Ausland teilgenommen.

Die Preisträgerin wurde von der Jury aus den Bewerbern für den Kellinghuser Töpfermarkt 2011 anhand der eingereichten Bewerbungsunterlagen ausgewählt. Zwei Dinge beeindruckte die Jury vor allem: Die Auseinandersetzung der Künstlerin mit der Tradition der Gefäßkeramik und der Fragestellung: „Was ist ein Gefäß?“ und zum Zweiten die Loslösung von gegebenen Formen und die freie Verwendung des Materials. Die Jury freute sich, eine junge in Schleswig-Holstein sehr aktive Keramikerin mit dem Preis auszeichnen zu dürfen.

Zur Jury gehörten Helga Buhk, ehemalige Obermeisterin der Innung in Schleswig-Holstein, Keramikerin Cathy Fleckstein, Prof. Kap-Sun Hwang, Keramiker und Professor der Soul National University in Korea, Dr. Ulrich Schneider von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf und die Keramiksammlerin Marike Sinnen.

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Presseartikel:

Norddeutsche Rundschau

Holsteinischer Courier